Architekten und Ingenieure in SchüttorF

Aktuelles - Projekte und News

NEUBAU SOZIOKULTURELLES ZENTRUM IN SCHÜTTORF

Nach schier endlosen Diskussionen über mehr als eine Dekade hat sich die Stadt Schüttorf nunmehr durchgerungen, ein „soziokulturelles Zentrum“ an der Fabrikstraße in Schüttorf auf einem Gelände der ehemaligen Textilfabrik Schlikker & Söhne zu bauen. In diesem Zentrum soll das weit über seine Grenzen bekannte Jugend- und Kulturzentrum „Komplex“ eine neue Heimat finden.

Aus einem Realisierungswettbewerb ging das Hamburger Büro Wacker Zeiger Architekten verdient als Sieger hervor. Wir freuen uns, für diese netten Kollegen die Leistungsphasen 6 – 8 (Ausschreibung, Vergabe u. örtliche Bauleitung) übernehmen zu dürfen.

Der Entwurf besticht durch seine zeitlose Formensprache und seine städtebaulich einfache aber kluge Umsetzung. Der winkelförmige Neubau schließt an das bestehende unter Denkmalschutz stehende Betriebsratsgebäude an, wobei der Vorplatz ein angemessenes Entree zur Fabrikstraße bildet.

Die Preisrichter im Wettbewerb bescheinigen dem Entwurf einen eigenständigen Ausdruck, der sich gut in das Stadtbild einfügt. Der Baukörper spricht eine zeitgemäße Sprache und bildet eine schöne Gesamtheit mit hoher architektonischer Qualität. Durch die Anordnung der einzelnen Räumlichkeiten ist die Intimität jedes Bereiches gewahrt.

Dabei bildet der Saal in der Mitte den Schwerpunkt und das Herzstück.

Der Neubau ist in Massivbauweise und mit einer Klinkerfassade konzipiert. Die Ziegelfassaden stehen im Kontrast und in Spannung zu den großzügigen Glasfassaden, die sich als präzise, scharfkantige Einschnitte präsentieren. Die schmalen, anthrazitfarbenen Rahmungen unterstreichen die Scharfkantigkeit noch einmal.

Das ehemalige Betriebsratsgebäude wird äußerlich lediglich im Übergangsbereich zum Foyer verändert. Hier erlaubt sich der Entwurf eine funktionsbedingte Öffnung der Fassade. Ansonsten werden ausschließlich vorhandene /zugemauerte Öffnungen aktiviert/reaktiviert. 

Ein schwarzweißes Symbol eines Schutzhelms auf weißem Hintergrund.

Bauherr 

Stadt Schüttorf

Eine schwarz-weiße Uhr in einem Kreis auf weißem Hintergrund.

Baubeginn 

2024

Eine Treppe aus schwarzen Quadraten auf weißem Hintergrund.

Auftraggeber

Wacker Zeiger Architekten, Hamburg

Leistungsphasen 6-8

NEUBAU MEHRZWECKHALLE GILDEHAUS

Am Mühlenbergstadion in Bad Bentheim, Ortsteil Gildehaus, entsteht eine neues Mehrzweckgebäude als Sport- und Versammlungsstätte, welches neben einer 15 x 27 Meter Halle für den Schul- und Vereinssport sowie für Veranstaltungen zusätzlich eine moderne 50 Meter Raumschießanlage und Raumbereiche für die Dorfgemeinschaft Gildehaus vorsieht.

Unser Büro konnte sich im öffentlich ausgeschriebenen Bewerbungs-verfahren für diese spannende Bauaufgabe durchsetzen und wurde durch die Stadt Bad Bentheim mit den Leistungsphasen 1-8 für den Bereich Architektur beauftragt.

Der Neubau wird nach dem Abriss der Armin-Franzke-Halle an selber Stelle errichtet. Im östlichen Teil sind vor Kopf die Umkleide- und Nebenräume für die Sporthalle und den Sportplatz, Lager- und Technikraum sowie ein Kraftraum vorgesehen.


Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein großzügiges Foyer mit überdachtem Eingangsbereich, Küche, Garderobe und WC-Anlagen für die Nutzung des Gebäudes als Dorfgemeinschaftshaus und Versammlungs- und Veranstaltungsstätte.

Im rückwärtigen, in den Hang hineingeschobenen Teil, befindet sich die Raumschießanlage (RSA) für Kleinkaliber und Luftgewehr inkl. aller Nebenräume für die Gildehauser Schützengilde.

Auf dem Flachdachbereich des Umkleidetrakts ist eine großzügige Zuschauerterrasse mit Blick auf das vorhandene Mühlenbergstadion verortet.

Aufgrund der besonderen Kombination der verschiedenen Nutzungen wurden für dieses innovative Projekt im KfW 40 Standard Fördergelder aus unterschiedlichen Fördertöpfen bewilligt.

Inzwischen sind die Bestandsgebäude abgerissen und eine  Hangsicherung/-befestigung durchgeführt. Der Baubeginn für die Rohbauarbeiten erfolgte Anfang Juni 2025.

Ein schwarzweißes Symbol eines Schutzhelms auf weißem Hintergrund.

Bauherr 

Stadt Bad Bentheim

Eine schwarz-weiße Uhr in einem Kreis auf weißem Hintergrund.

Baubeginn 

2025

Eine Treppe aus schwarzen Quadraten auf weißem Hintergrund.

Leistungsphasen 

1-8

UMBAU UND ERWEITERUNG EINES GEMEINDEHAUSES ZUR KITA

Seit längerem beschäftigt sich der Kirchenvorstand der Martin-Luther Gemeinde damit, wie ihr Gildehauser Gemeindehaus einer neuen Nutzung zugeführt werden kann. Die Idee, die Räumlichkeiten für eine Kindertagesstätte in lutherischer Trägerschaft zu nutzen, fand als Ergebnis der Überlegungen allgemeine Zustimmung.

Die Idee, die Bausubstanz des qualitativ hochwertig ausgeführten Gemeindehauses aus 1977 in allen Teilen in die neue Kita zu integrieren wurde dabei im Auswahlgremium sehr positiv bewertet und führte zur Auftragsvergabe. Der im Jahr 2000 erbaute Glockenturm bleibt als Reminiszenz an die bisherige Nutzung bestehen.

Der Gottesdienstraum im Zentrum der Anlage wird zum Mehrzweckraum der neuen Kita. Das Glasmosaik sowie das Pfingstfenster des Gildehauser Künstlers Friedrich Hartmann in diesem Raum bleiben erhalten.

Nach den Entwurfsüberlegungen von Margarethe Lichtner wird im südwestlichen Bereich das Bestandsgebäude um zwei kleine Satteldachhäuser ergänzt, in dem sich die Gruppenräume der beiden „Regelgruppen“ befinden. Sie unterscheiden sich in ihrer Außenwirkung gegenüber dem Bestand und sind somit klar als Erweiterung wahrzunehmen. Sie bieten Platz für insgesamt 50 Kinder im Alter von 3-6 Jahren und sind über einen Spielflur miteinander verbunden.

In gleicher, additiver Bauweise findet die Krippengruppe für 15 Kinder von 0-3 Jahren und die Personalräume in der östlichen Erweiterung Platz. Die Satteldachflächen sollen hier für eine Photovoltaikanlage genutzt werden.

Ein schwarzweißes Symbol eines Schutzhelms auf weißem Hintergrund.

Bauherr 

ev.--luth. Kirchenkreisamt Meppen

Eine schwarz-weiße Uhr in einem Kreis auf weißem Hintergrund.

Baubeginn 

2025

Eine Treppe aus schwarzen Quadraten auf weißem Hintergrund.

Leistungsphasen 

1-5

Wettbewerb „Sanierung Häuser Markt 4 – 6“ in Schüttorf - 1.Preis (ohne Realisierung)

Der Erhalt bestehender Gebäude ist ein oft unterschätzter, aber enorm wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz. Der Grund: graue Energie – also die Energie, die bereits in Bauwerken steckt, weil sie für Herstellung, Transport und Einbau der Materialien aufgewendet wurde.

Warum Erhalt besser für das Klima ist:

·       Graue Energie bewahren: Beim Abriss geht die gespeicherte

Energie verloren. Ein Neubau verursacht erneut hohe Emissionen – laut Studien bis zu 80 % der Lebenszyklus-Emissionen.

·       Sanierung statt Neubau: Energetische Sanierungen können den Energieverbrauch um bis zu 90 % senken – oft günstiger und klimafreundlicher als ein Neubau.

·       Ressourcenschonung: Der Bausektor verursacht rund 40 % der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Erhalt reduziert Abfall und spart Rohstoffe wie Beton, Stahl und Ziegel.

·       Kultureller und sozialer Wert: Bestandsgebäude prägen Stadtbilder, erzählen Geschichte und bieten oft bezahlbaren Wohnraum.

Was braucht es?

·       Förderung von Sanierungen statt Neubauten

·       Abrissgenehmigungen an Klimabilanz knüpfen

·       Lebenszyklusanalysen als Standard bei Bauentscheidungen

Gute Gründe für den Erhalt des Gebäudeensembles "Markt 4-6"!

Im Fokus steht der bewusste Erhalt der Betonbauteile des tragenden Stahlbeton-skeletts auch im Hinblick auf die Akzeptanz der Geschoss- und Raumstrukturen.

Durch die Optimierung der Gebäudehülle wie Dämmung von Dach, Außenwänden und Kellerdecken, sowie Austausch der veralteten Fenster durch moderne Wärmeschutzverglasungen werden Wärmeverluste minimiert und somit der Erhalt der „Grauen Energie“ möglich.

Durch klare Linien und reduzierte Formen erhält das Gebäude ein modernes Erscheinungsbild ohne im Stadtraum fremd zu wirken. Proportionen, Dachform und Farbgestaltungen greifen Elemente der Nachbarbebauung auf – ohne sie zu kopieren.

Die extensive Dachbegrünung sowie vertikale Fassadenbegrünungen bieten eine Vielzahl ökologischer, ökonomischer und gestalterischer Vorteile – besonders in urbanen Räumen, wo Grünflächen knapp sind. Zu diesen zählen: Klimaschutz & Temperaturregulierung, Luftreinigung & Feinstaubbindung, Biodiversität & Regenwassermanagement, Lärmschutz & Ästhetik.

Die Modernisierung von Heizungsanlagen wird maßgeblich durch die Dekarbonisierungsziele vorangetrieben, insbesondere im Hinblick auf das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Ziel ist es, den Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral zu gestalten, indem fossile Brennstoffe schrittweise durch erneuerbare Energien ersetzt werden. In diesem Falle werden die alten Ölheizungen durch effizientere Luft-Wasser-Wärmepumpen ersetzt, kombiniert mit den effektiv nach Ost-West ausgerichteten Photovoltaikanlagen auf beiden Flachdächern für maximale Unabhängigkeit.

Statt auf komplexe, wartungsintensive Technik zu bauen, wird eine Lowtech-Architektur angestrebt, die auf eine natürliche Belüftung der Räume, eine Tageslichtnutzung durch große, gut platzierte Fenster und Lichtlenkung durch Reflexion (z. B. helle Oberflächen, Lichtlenklamellen) setzt.

Das barrierefreie Gebäude vereint zeitgemäße Architektur mit hoher Nutzerfreundlichkeit. Großzügige Büroflächen ermöglichen flexible Arbeitsplätze. Eine "Toilette für alle" schafft zusätzliche Inklusion und berücksichtigt unterschiedliche Bedürfnisse. Die 12 Wohnungen, von etwa 42 - 65 qm Fläche, bieten vielfältigen barrierefrei zugänglichen Wohnraum. Zwei Einheiten sind rollstuhlgerecht gestaltet. Der Aufzug verbindet alle Geschosse miteinander und unterstützt ein selbstbestimmtes Leben für alle Generationen unter einem Dach. Mit seiner Verbindung aus sozialer Teilhabe, nachhaltigem Konzept und zukunftsfähiger Gestaltung setzt das Gebäude neue Maßstäbe im urbanen Wohn- und Arbeitsumfeld.



Die Stadt Schüttorf hat in diesem Verfahren 2 Erste Preise vergeben und im Juni 2026 entschieden, den anderen Preisträger-Entwurf zu realisieren.

Ein schwarzweißes Symbol eines Schutzhelms auf weißem Hintergrund.

Auslober

Stadt Schüttorf

Eine schwarz-weiße Uhr in einem Kreis auf weißem Hintergrund.

Abgabe Wettbewerb

2025

Entscheidung

06.2026